Sonntag, 29. Juli 2007

DAS LEBEN IST SChöN, WARUM NICHT PR0N0S ABONNIEREN?
















Gerade bin ich von einem Comic Kongress aus San Diego zurückgekommen, wo ich unter anderem eine tolle Zeit mit den zwei hübschen Damen,
Bee Jellyfish und Cake, vom Suicide Girls-Stand hatte. Bee erzählte mir, dass das Interview, welches ich in ihrer Radiosendung gegeben hatte, eines der am meist diskutierten Interviews wäre, welches sie gemacht hätte.

Ich habe es schon früher hier im Blog gesagt, dass man nicht Mitglied bei Suicide Girls sein muss, um meine Sachen zu lesen. Du musst nicht. Sie bieten es gratis an. Aber weißt du was? Wenn dir gefällt, was ich dort schreibe, solltest du vielleicht darüber nachdenken, Mitglied bei Suicide Girls zu werden. Und hier ist warum.

Ich bin mir sicher, viele von euch abonnieren oder kaufen regelmäßig bestimmte buddhistische Zeitschriften. Und diese Zeitschriften berichten vielleicht detailliert von den letzten Neuigkeiten über den Dalai Lama oder davon wer mit Thich Nhat Hanh in der Stadt gesehen wurde, und was die „Blitz-Erleuchtung”-Roshis diesen Monat verkaufen. Aber sie enthalten nicht jede Woche einen Artikel von mir. Ich vermute das klingt unmöglich, aber wenn du das hier liest, gehe ich davon aus, dass du ein Fan bist oder es zumindest liebst, das was ich schreibe, zu hassen. In beiden Fällen könntest du die Leute unterstützen, die meine Texte veröffentlichen.

Komisch genug, dass die Leute von Suicide Girls mich sogar dafür bezahlen, dass ich dort eine Kolumne schreibe. Das Geld, das sie mir jeden Monat senden, hilft mir, die Kosten für die wöchentlichen Zazen-Treffen im Hill Street Center zu decken (ich bezahle den Raum) und an weit entlegene Orte zu reisen, um Reden zu halten. Ich hätte auch nicht die Möglichkeit gehabt, an einige der Orte zu gehen, die ich im vergangenen Jahr besucht habe, wenn ich nicht das Geld von SG dafür hätte verwenden können. In Zukunft plane ich mehr von der Kohle, die sie mir senden, zu benutzen, um einige buddhistische Sachen zu machen, eingeschlossen Sesshins und alles Mögliche andere.

Egal was du über sie denkst, die Leute von Suicide Girls unterstützen den Dharma. Das ist eine erstaunliche, wunderbare und wertvolle Sache. Bilder von nackten Frauen ermöglichen es vielen Leuten vom Buddhismus zu hören, die sonst niemals davon gehört hätten, nicht in einer Millionen, Milliarden Jahre. Ich verstehe es wirklich selber nicht. Aber diese Leute machen in einem Bereich, der früher von Dingen dieser Art unberührt blieb, echten Buddhismus zugänglich. Es ist eine unglaubliche und mysteriöse Welt, in der wir leben.

Sieh mal, selbst wenn du abonnierst, zwingt dich niemand, die Nacktbilder anzusehen. Das ist deine Sache. Mir treiben sie nicht die Schamesröte ins Gesicht. Es ist wirklich harmloser Stoff im Vergleich zu heutigen Standards. Andererseits habe ich 11 Jahre in Japan gelebt, wo die Einstellung gegenüber solchen Sachen völlig anders ist als die puritanische Einstellung, welche die meisten Amerikaner haben. Wenn du für ein paar Jahre an einem Ort lebst, wo eines der Top-Kinderlieder nur von Brüsten handelt, dann macht es das einem leichter mit Dingen wie den Suicide Girls. (Sieh dir das You Tube-Video unten an. Das ist keine für Erwachsene gemachte Spätausgabe eines Anime. Es ist eine Kindersendung Namens Zatch Bell.)

Abgesehen von den Nacktfotos kannst du, wenn du die Seite abonnierst, Kommentare direkt unter meinen Artikeln veröffentlichen, anstatt sie hier zu posten.

Niemand von SG rät mir oder ermutigt mich zu versuchen, euch Leute zum Abonnieren zu bewegen. Ich bekomme keinen Bonus für neue Abonnenten. Aber ich habe gerade viel darüber nachgedacht und wollte dies loswerden. Für $4 (ca. 3Euro) im Monat bekommst du 4 Artikel von mir. Ich stecke jede Woche viel mehr Arbeit in diesen Scheißkram, als ein Dollar wert ist.

Jedenfalls musst du nicht abonnieren, um meine Artikel zu lesen. Das ist wahr. Wenn du es dir nicht leisten kannst, kein Problem. Wenn du es nicht willst, werde ich nicht versuchen, dich zu überreden. Wenn es ein großes moralisches Problem für dich darstellt, solltest du es vielleicht nicht tun. Oder vielleicht solltest du es doch tun. Es liegt an dir. Aber wenn du es kannst - ich denke ein paar mehr von euch sollten abonnieren.

Link zum Originaltext

Samstag, 14. Juli 2007

Es wird besser

Vor kurzem wurde ich wegen meiner angeblich so kontroversen Ansichten von einem gewissen “Buddhistischen Meister”-Typen heftig angegriffen. Bisher zog er es vor, sich in der Öffentlichkeit als mein Kumpel zu präsentieren. In letzter Zeit macht er eine Menge Aufhebens über meine angeblichen Vergehen. Und das ist gut. Wenn die Leute um irgendwas Aufhebens machen wollen, habe ich überhaupt nichts dagegen, so lange sie niemanden verletzen. Aber Moment mal. Er hat versucht jemanden zu verletzten – nämlich mich – indem er Fotos an meinen Lehrer schickte, die offensichtlich als Beweis für meine Unzulänglichkeit dienen sollten. Ich habe keine Ahnung welche Bilder er geschickt hat, aber ich verwette meinen Hintern darauf, dass dieses Foto von mir dabei war, das mich auf der Party zum Start des Suicide Girls Print-Magazins zeigt.








Das wäre eine sehr schlechte Wahl, denn ich habe dem alten Mann dieses Foto schon vor einiger Zeit gezeigt. Er lachte darüber und ich hatte den Eindruck, dass er die Mädels süß fand. Es ist ein Witz, dass es überhaupt für Aufregung sorgt. Ich habe nichts anderes getan als Helen zu bitten, sich ein paar von den Mädchen zu schnappen und ein Foto zu machen. Ansonsten stand ich auf der Party nur herum, trank Orangensaft und unterhielt mich mit Chris Gore.

Wie auch immer, unter meinen angeblich so kontroversen Ansichten gibt es eine, die ich besonders interessant finde, weil ich sie wirklich nicht kontrovers finde. Nämlich diese: Ich finde die Dinge werden besser. Ich finde das Leben auf der Erde wird langsam immer positiver. Ich hätte nie gedacht, dass das besonders problematische Ansichten sind. Aber als ich es in mein erstes Buch schrieb, musste ich hart darum kämpfen, dass es nicht rausgeschmissen wurde. Mein Herausgeber schien besorgt zu sein, es könnte einen Sturm der Entrüstung auslösen. Seitdem fällt mir auf, dass viele Leute damit nicht klarkommen, wenn ich es sage.

Als ich an meinem Film Cleveland’s Screaming arbeitete, hatte ich die Gelegenheit viele Leute aus der alten Hardcore Punk-Szene wiederzutreffen, der ich in den frühen 80ern in Ohio angehörte. Damals waren wir davon besessen, die Welt zu verändern.

Aber die meisten Leute, mit denen ich sprach, fanden, dass wir versagt hätten, dass die Dinge heute noch schlimmer wären als damals. Ich habe sie ihre Meinung sagen lassen, wie es ein guter Dokumentarfilmer tun sollte. Aber ich stimme ihnen überhaupt nicht zu. Ich finde die Punkbewegung war ein Riesenerfolg. Wirklich, ich finde wir waren erfolgreicher als wir es uns je träumen ließen und es kommt mir komisch vor, wie nur so wenige von den Leuten, die damals dabei waren als es anfing, heute sehen können was wir geschafft haben.

Aber wenn ich mir die heutige Welt so ansehe, komme ich einfach zu keinem anderen Urteil. Ja, es ist mir sehr bewusst, dass wir vor einigen wirklich großen Problemen stehen, die unsere sofortige Aufmerksamkeit verdienen. Probleme, die uns möglicherweise alle töten könnten. Ich neige auch dazu anzuerkennen, dass das Wahlvolk in diesem Land [USA] etwas fertig gebracht hat, von dem ich dachte, es sei unmöglich. Nämlich einen Präsidenten zu wählen, der noch dümmer und noch weniger geeignet ist ein Land zu führen als Bonzo Reagan – obwohl ich Bush nicht hasse oder seine Politik auch nur annähernd so scharf ablehne, wie es die meisten Leute tun, die ich kenne. In Los Angeles ist das schon eine der gefährlicheren Einstellungen, die man haben kann.

Aber sieh es doch mal so: Vielleicht jagen Bush und Konsorten den Irak in die Luft oder sorgen dafür, dass andere Leute so angepisst sind, dass sie Los Angeles in die Luft jagen. Und das wäre schlecht. Und der Irakkrieg ist keine schöne Angelegenheit. Aber in den 80ern haben es Reagan und Breschnew fast hingekriegt, die ganze gottverdammte Welt in die Luft zu jagen. Die Tatsache, dass wir es geschafft haben das zu vermeiden ist wirklich erstaunlich. Ich denke die Punk- und Hardcorebewegung spielte eine kleine, aber bedeutende Rolle dabei, den Leuten die Gefahr bewusst zu machen in der wir schwebten. Ich weiß nicht wie viele Leute wirklich 0DFx “Drop the A-Bomb on Me!” spielen hörten. Vielleicht ein paar Hundert, vielleicht ein paar Tausend, als die Platte rauskam. Aber grade diese Unbekanntheit machte seine Botschaft noch kraftvoller. Es war nicht irgendein großer Rockstar, der das gesagt hat. Sogar ein Haufen kämpfender Niemande, wie wir in Akron, Ohio hatten begriffen, wo es enden würde. Und wir waren nicht die einzigen. Aufmüpfige Niemande auf der ganzen Welt haben genau das gleiche auf ihre eigene Weise gesagt. Dieses grundsätzliche Bewusstsein machte einen großen Unterschied.

Es gibt noch andere kleine Dinge, die mir zeigen, dass wir erfolgreich waren. In meinem Film spricht Mike Duncan (den wir wegen seines knallbunten Irokesenschnitts [Mohawk] immer Mike Mohawk nannten) darüber, wie Leute ihn aus vorbeifahrenden Autos mit Gegenständen bewarfen als er 1982 mit seinem riesigen Irokesenschnitt, der aussah wie ein Segel im Wind, die Straße entlang ging. Er erzählt, wie er sich arbeitslos meldete und wie er überall abgewiesen wurde, wo er sich um einen Job bewarb. Das sind lustige Geschichten. Aber als er sie erzählte, hatte man den Verdacht, dass die jüngeren Leute im Publikum nicht ganz begreifen konnten, was er sagte. Ich erinnere mich als ich vor etwa zehn Jahren die ersten Einzelhandelsangestellten mit Iro, einer Menge Piercings und Tattoos sah. Ich war baff. Heutzutage könnte Mikes Iro es ihm schwer machen, für ein großes Finanzunternehmen zu arbeiten. Aber dass er einen trägt, wäre kein absolutes Hindernis mehr überhaupt irgendeine Arbeit zu bekommen, wie es das damals war. Die Leute können ein solches Aussehen mittlerweile akzeptieren. Das ist eine Verbesserung.

In der Highschool erklärte mich eine Bande von Typen für schwul, obwohl ich nicht die geringste Ahnung habe warum. Ich habe kein Problem mit Schwulen.
Nur bin ich es nicht. Wie dem auch sei. Diese Typen haben mich andauernd terrorisiert. Wenn ich nicht so schnell hätte laufen können wäre ich sicherlich oft das Zielobjekt für Schwulenklatschen gewesen, ohne auch nur im geringsten schwul zu sein. Heute erzählt man sich, dass schwule Pärchen händchenhaltend durch die Wadsworth High laufen und sich niemand daran stört. Fantastisch.

Sieh mal. Die Dinge ändern sich nicht über Nacht. Aber das würdest du auch gar nicht wollen. Wenn Veränderungen – sogar positive Veränderungen – zu schnell ablaufen, reagieren die Leute nicht gut darauf. Das ist ein Grund, warum du nicht einfach in eine Diktatur einmarschieren, die Regierung stürzen und dann sagen kannst: „Ok Leute, ihr seid jetzt eine Demokratie!“, und danach hast du sofort eine funktionierende Demokratie. So geht das nicht. Die westlichen Demokratien sind nicht einfach so aus dem Boden gewachsen. Sieh dir mal an was die Franzosen durchmachen mussten, um ihre Demokratie durchzusetzen und was wir durchmachen mussten, um unsere durchzusetzen. Menschen widersetzen sich meistens der Veränderung, auch wenn sie wirklich positiv sind, weil wir Routine mögen. Wir möchten gerne wissen was als nächstes kommt, sogar wenn das, was als nächstes kommt absolute Scheiße ist. Das kann man auch auf die Praxis der Meditation anwenden. Es ist sehr gut, dass du nicht innerhalb einer Stunde oder eines Tages erleuchtet werden kannst. Du würdestes nicht wollen. Es wäre ein zu großer Schock.

Trotzdem ist es sehr wichtig, uns weiter in Richtung einer besseren Welt zu bewegen. Wenn Veränderung nötig ist, muss sie von aufrichtigen Leuten kommen, die wirklich etwas tun. Das heißt, dass sogar scheinbar machtlose Menschen wie ein Haufen verwirrter Vorstadtkinder irgendwo in Ohio etwas beitragen können. Es ist egal wo du bist, du kannst etwas beitragen. Es ist deine Pflicht etwas zu bewirken.

Nur weil die großen Umbrüche, die du dir erhoffst, nicht alle auf einmal geschehen, ist das noch lange kein Grund zu sagen du hättest nichts bewirkt. Wie Ian MacKaye von Minor Threat sagte: “You tell me I make no difference, at least I’m fucking trying. What the fuck have you done?” („Du behauptest ich bewirke nichts, aber verdammt, ich versuche es wenigstens. Und was verdammt nochmal tust du?“) Und auch hier gilt das gleiche für die Meditation. Du musst nicht auf deinem allerersten Sesshin ins Nirvana eingehen. Bleib einfach dran und mit der Zeit tut sich was.

Hoffentlich wird meine ehemaliger „Buddhistischer Meister“-Kumpel mit seinen Problemen fertig. Oder er sitzt wenigstens eine Weile mit ihnen, um herauszufinden, ob sie wirklich wichtig sind oder nicht. Ich denke bei ihm werden sich die Dinge mit der Zeit auch verbessern.
















Link zum Originaltext:
http://suicidegirls.com/news/culture/21907/Brad%20Warners%20Hardcore%20Zen%20Getting%20B